Logistik

Nachhaltige Logistikimmobilien: Effizienz als Produkt

Die Logistikimmobilie der Zukunft zeichnet vor allem eins aus: Sie ist effizient - sowohl was den Flächenbedarf angeht, als auch den Energieverbrauch. Denn die Grundstücks- und Energiekosten steigen, die Verfügbarkeit von Flächen aber sinkt entgegen der Nachfrage. Deshalb braucht es smarte Prozesse, neue Lösungen, Innovationen und langfristiges Denken, um den großen Kostenblock zu minimieren.

Nein, Nachhaltigkeit ist nicht nur Ökologie. Ein Unternehmen, das wachsen will, tut gut daran, seine umweltbezogenen Ziele mit den sozialen und wirtschaftlichen in Einklang zu bringen. Vor allem in der Logistik. Denn die Margen sind gering. Allein die Nebenkosten einer Immobilie belaufen sich mancherorts auf bis zu 50 Prozent. Wer bei Themen wie effizienter Beleuchtung, Heizung, Robotik und intelligenter Steuerung dann nicht investiert, wird abgehängt.

Aber Effizienz braucht es nicht nur im Betrieb. Eine nachhaltige Logistikimmobilie ist effizient, wenn ihre Hülle, aber auch die Logistik effizient geplant, gebaut und gemanagt wird. Beim Logistikdienstleister Fiege wird genau das gemacht. Große Logistikstandorte wie das Fiege Mega-Center Dieburg oder das im Bau befindliche Fiege Center in Burgwedel sind gute Beispiele dafür. Auf rund 90.000 Quadratmetern wurde in Dieburg nach neusten technischen Standards ein effizienter Hochleistungsstandort entwickelt. Mit Großburgwedel kommen jetzt nochmal 70.000 Quadratmeter hinzu.

Beispiel: Mega-Center Dieburg

Der Bau des Mega-Centers Dieburg führt gleich sechs Standorte zu einem einzigen zusammen. Damit werden nicht nur Kosteneinsparungen erzielt, sondern gleichermaßen Logistikprozesse verschlankt und Transportwege verkürzt. Die ungehinderte Zufahrt auf das Grundstück und die gute Anbindung über ausgebaute Bundesautobahnen, ohne Durchquerung einer Ortschaft, zeichnen solche Standorte aus. Dies ermöglicht eine 24-Stunden-Nutzung an 365 Tagen im Jahr. Die Nähe zum Frankfurter Flughafen sowie eine Lage im hochfrequentierten Ballungsgebiet bieten ebenfalls optimale Voraussetzungen für nachhaltige Logistikprozesse.

Schwierig gestaltet sich bei derartigen Großprojekten aber bereits die Suche nach dem passenden Grundstück. Statt in der Logistik ein innovatives Zukunftsthema zu sehen, dominiert in der Öffentlichkeit das negative Meinungsbild über zu hohes Verkehrsaufkommen, Umweltschäden und schlecht bezahltes Personal. Dass es bei der Ansiedlung einer Logistikimmobilie aber um die komplizierte Optimierung von Lieferwegen bei gleichzeitiger Emissionsreduzierung geht, bleibt oft unberücksichtigt. Deshalb ist auch die Öffentlichkeitsarbeit, also die Einbindung und Information der Bürgerschaft, schon während des Planungsprozesses entscheidend.

Fiege Dieburg
Das Fiege Mega Center in Dieburg

Eine weitere Herausforderung bilden die meist sehr eng gesteckten Zeitfenster und die eng verzahnten Vertragswerke mit unterschiedlichen Akteuren wie der Stadt, Kunden, Behörden, Lieferanten und Investoren. Alle am Planungs-, Bau- und Nutzungsprozess beteiligten Akteure müssen Hand in Hand zusammenarbeiten.

Gerade bei ökologischen Themen gilt es neue Maßstäbe zu setzen. Die Beibehaltung der natürlichen Bedingungen für Flora und Fauna ist eines dieser Themen. In Dieburg hat Fiege beispielsweise einen Banngraben renaturiert, ein Gehölzstreifen auf einer Fläche von mehr als 5.000 Quadratmetern mit ca. 250 Bäumen hergestellt, 35 Nistkästen für Turmfalken, Singvögel und Fledermäuse errichtet und ein knapp 4.000 Quadratmeter großes Regenrückhaltebecken erbaut.

Nachhaltige Konzepte für Rückbau und Nachvermietung

Ein aufwendiges Rückbaukonzept stellt zudem sicher, dass die verbauten Materialien sortenrein zurückgebaut und getrennt werden können. So besteht die bauliche Hauptkomponente des Gebäudes aus Betonelementen, die allesamt in Betonrecycling umgewandelt werden können. In den Büroräumlichkeiten werden ressourcenfreundliche Materialien und Baustoffe eingesetzt – zum Beispiel Bürotüren aus nachwachsendem Holz. Diese tragen den Blauen Engel, ein Umweltzeichen, das unter anderem vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit vergeben wird. Die Dämmung der Immobilie besteht zu 55 bis 75 Prozent aus Glasscherben und trägt damit ebenfalls das Umweltzeichen Blauer Engel.

Die Drittverwendbarkeit, der als Multi-User-Center entworfenen Immobilie, garantiert eine flexible Nutzung durch sehr gute Möglichkeiten der Nachvermietung. In allen Hallenabschnitten lassen sich die Zählerstände für Elektro, Gas und Wasser separat ablesen und die Abschnitte über die Gebäudeleittechnik einzeln schalten und steuern. Die ressourcenschonende Bauweise äußert sich außerdem im gesamten Beleuchtungskonzept, das innen wie außen den Einsatz von LED-Technik vorsieht. Weitere Energieeinsparungen werden durch die sehr hohe Dichtigkeit der Gebäudehülle erreicht.

Lebensqualität für Arbeitnehmer im Blick

Insgesamt überzeugt der Standort Dieburg nicht nur durch seine langfristige Wirtschaftlichkeit, gute Verwertungschancen, reduzierte Emissionsbelastungen und geringere Betriebskosten, sondern auch durch eine Steigerung der Lebensqualität für die Arbeitnehmer. Die deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat den Standort in Dieburg deshalb bereits mit der höchst möglichen Auszeichnung versehen: dem DGNB-Zertifikat in Platin.

Wer heute neue Logistikimmobilien entwickelt, muss sich aber noch um viele weitere Themen, wie die lokale Energieerzeugung mittels Photovoltaik und Blockheizkraftwerke oder über moderne Lagersysteme Gedanken machen. Mit Hilfe von Pick by Voice und Staplerleitsystemen lassen sich geringere Fehlerquoten, weniger Leerfahrten, eine schnellere Kommissionierung und eine höhere Produktivität realisieren.

Fiege Burgwedel
Das Fiege Mega Center in Burgwedel bei Hannover

Herausforderungen liegen im Bestand

Aber wir reden nicht immer nur über diese neuen, effizienten Immobilien. Die größte Herausforderung ist der Bestand. Dort, wo der Energiebedarf für die Beleuchtung noch 80 Prozent ausmacht, wo Natriumdampf-Hochdrucklampen eingesetzt werden, wo Wärme oder Kälte ungehindert nach außen strömen kann. Hier besteht Handlungsbedarf. Hier muss Logistik effizienter werden.

Allein der Wechsel von einer T8-Leuchtstofflampe auf eine LED-Lampe senkt den Energiebedarf für Beleuchtung um mindestens 50 Prozent. Gepaart mit einer intelligenten Steuerung lässt sich der Energieverbrauch auf ein Minimum reduzieren. Eine Investition, die sich meist schon nach kurzer Zeit rentiert.

Egal ob es um ein voll automatisiertes oder ein manuelles Lager, ob es um Reifen- oder um Fashionlogistik geht – wir müssen Prozesse aufnehmen und optimieren, wir müssen Energieverbräuche messen und nachvollziehen – und wir müssen unser tägliches Handeln überdenken, immer mit dem Gedanken effizienter zu werden.

Ein Beitrag von:

Kai Alfermann, Director Real Estate & Quality und Marc Borgmann, Energiemanager der Fiege Gruppe

Relevante Themen

ZIA

ZIA: Klimaziele auf wirtschaftliche Weise erreichen

Die deutsche Bundesregierung hat für das Jahr 2050 das Ziel eines nahezu klimaneutralen Immobilienbestands ausgegeben. 

Teaser-Link
  • Zukunftsthemen
Einzelhandel

Sonae Sierra: Nachhaltigkeit als Kernstrategie

Seit mehr als 20 Jahren folgt Sonae Sierra, internationaler Spezialist für die Entwicklung spannender Handelsimmobilien und für Services rund um den Einzelhandel, den Prinzipien der Nachhaltigkeit.

Teaser-Link
  • Immobilienmarkt
Portfolioanalyse

Portfolioanalyse liefert Kennzahlen

Lohnt sich die Investition in Nachhaltigkeit bei Büroimmobilien? Dieser Frage ist eine Untersuchung der International Real Estate Business School (IREBS) nachgegangen.

Teaser-Link
  • Zukunftsthemen